von Stefanie Koch

mUDRAs

YOga mit den Fingern

Was ist ein Mudra?

Ein Mudra ist eine symbolische, rituelle Geste, die vor allem im Yoga und der Meditation verwendet wird. Dabei sind diese Gesten vor allem im Buddhismus und Hinduismus von besonderer Bedeutung. Der Begriff ist Sanskrit und bedeutet übersetzt etwa „Geste“, „Marke“ oder „Siegel“.

Die meisten kennen sie lediglich als Handpositionen. Dabei gibt es zahlreiche Arten von Mudras, die alle in sich unterschiedlich sind. Die Hand Mudras sind zum Beispiel dafür bekannt, dass sie den Energiefluss im Körper beeinflussen und dir dabei helfen, deine Chakren zu öffnen.

Es wird angenommen, dass jede Art eine eigene Wirkung auf Körper und Geist hat. Obwohl Hand oder eher gesagt Finger Mudras im Yoga und der Meditation am häufigsten vorkommen, gibt es auch Körper, Herz und Perineale Mudras. 

Mudras können laut der Yoga-Lehre den Energiefluss im Körper lenken. Dadurch werden Störungen des Energieflusses, die gesundheitliche Beschwerden wie Spannungskopfschmerzen verursachen können, aufgelöst. Eine bewusste Atmung und positive Gedanken unterstützen die Wirkung der Mudras.

Wissenswertes

Woher die Mudras stammen, ist nicht vollständig geklärt, denn man findet Handstellungen und Übungen der Hände und Finger nicht nur in Asien, sondern in vielen Kulturen auf der ganzen Welt.

In Indien haben Mudras eine lange religiöse Tradition. Bestimmte Gottheiten werden durch die Stellung ihrer Hände identifiziert, sodass außer der Körperhaltung die Mudras ein wesentliches Erkennungsmerkmal darstellen.

Ausgrabungen belegen, dass der indische Tempeltanz schon vor 5000 Jahren ausgeübt wurde. Die meisten Forscher sehen die Grundlage des Tempeltanzes in mimischen Tänzen, die bei religiösen Festen zu Ehren Shivas und Krishnas abgehalten wurden.

Die Mudras drücken mit wenigen Bewegungen der Augen und der Finger seelische Beweggründe und Gefühle aus und verkörpern gleichzeitig die Macht und Fähigkeit des dargestellten Gottes. Diese Haltung sagt dem Gläubigen also auch, ob der angebetete Gott ihm mit den richtigen Qualitäten zur Seite stehen kann. Die wichtigsten indischen Götter sind Vishnu, Shiva und Brahma.

Vorstellbar ist, dass die Urvölker, die die feinen Schwingungen unseres Körpers noch sehr gut wahrnehmen konnten, unabhängig voneinander die Heilwirkungen der Mudras entdeckten.

Da es aber schon in frühester Zeit Wanderungen beispielsweise von Asien nach Nordamerika gab, ist es durchaus möglich, dass die damaligen Heilkundigen ihr Wissen mitnahmen und in ihrem neuen Lebenskreis weitergaben. So sind Mudras feste Bestandteile zahlreicher ritueller Handlungen in allen Religionen.

Die Christen halten die Hände in Brusthöhe zum Gebet gefaltet (Atmanjali-Mudra), in anderen Religionen werden die Arme in die Höhe gehalten, um Gott anzurufen, oder man klatscht in die Hände, um böse Geister zu verjagen.

Im Yoga gibt es viele Übungen mit den Händen, etwa die Chin-Mudra oder die Apan-Mudra. Von den Mudras sagt man, sie seien noch wirkungsvoller als die Asanas (Körperstellungen) und Pranayama (Atmung).

Arten von Mudras und ihre Bedeutung

Es gibt mehrere Arten von Mudras. Das Geniale an ihnen ist, dass sie während dem Meditieren unabhängig voneinander verwendet werden können. 

Hier nun eine Übersicht über die unterschiedlichen Mudra Arten:

  • Hasta – Hand Mudras
  • Māna – Kopf Mudras
  • Kaya – Körper Mudras
  • Bandha – Herz Mudra
  • Adhara – Perineale Mudras

Von allen Arten sind Hand Mudras die bekannteste Art. 

Mudra-Übersicht

Insgesamt gibt es mehr als 30 Hand Mudras, die alle mit anderen Arten kombiniert werden können. Zum Beispiel kannst du ein Hand Mudra mit einem Körper oder Herz Mudra kombinieren, während du meditierst.

Anjali Mudra

Das Anjali Mudra kannst du nicht nur beim Meditieren benutzen, sondern ist auch eine gängige Begrüßung in vielen asiatischen Ländern.

Chin Mudra

Das Chin Mudra wird auch die Geste des Bewusstseins genannt. Wenn du es beim Meditieren nutzt, beruhigst du deinen Geist und deine Gedanken. Außerdem verbesserst du deinen gesamten Gemütszustand. Eine alternative Bezeichnung ist das Jnana Mudra.

Yoni Mudra

Das Yoni Mudra steht für Stressreduzierung. Es hilft dir dabei mit Stress und Depression umzugehen und hält das Gleichgewicht in deinem Nervensystem. Außerdem hilft es dir beim Entspannen und verjüngt den Geist.

Vishnu Mudra

Das Vishnu Mudra ist eine schwierige Handposition. Du kannst es sowohl beidhändig als auch einhändig anwenden. Sofern du das Vishnu einhändig praktizierst, nehme hierfür stets die rechte Hand, da diese symbolisch für das Aufnehmen von positiver Energie steht.

Gyan Mudra

Das Gyan Mudra ist mit Abstand die bekannteste Handposition in unserer Gesellschaft. Das Spezielle an diesem Hand Mudra, ist die Tatsache, dass neben der Handposition, noch die Atmung Teil der Geste ist.

Abhaya Mudra

Das Abhaya Mudra, steht für Ruhe, Sicherheit und Furchtlosigkeit.

Hakini Mudra

Beim Hakini Mudra musst du beide Hände benutzen, um es abbilden zu können.

Prana Mudra

Das Prana Mudra, oder auch Pran Mudra genannt, ist eine Handposition, die dafür bekannt ist, das Wurzelchakra zu verstärken.

Dhyana Mudra

Das Dhyana Mudra wird auch das Meditationsmudra genannt. Das Gyan, Chin und Dhyana sind die wohl bekanntesten Handpositionen für die Meditation.

Apana Mudra

Das Apana Mudra steht für die innere Reinigung deines Körpers. Damit sind Erinnerungen, Emotionen und alles “böse” in deinem Körper, gemeint.

Dharmachakra Mudra

Das Dharmachakra Mudra ist eine religiöse Geste, die laut dem Glauben von Buddha während seiner ersten Predigt verwendet wurde.