von Stefanie Koch

Dharma-Talk

Spirituelle Gespräche

dharma - Ethik und Moral

- leben unter Berücksichtigung von Gesetz und Sitte

  • Dharma ist ein zentraler Begriff in vielen asiatischer Religionen
  • religionsabhängig hat er unterschiedliche Bedeutungen
  • grundsätzlich beinhaltet  Dharma Gesetz, Recht und Sitte, sowie ethische und religiöse Verpflichtungen
  • Das im Englischen mit Religion übersetzte Wort steht auch für Ethik und Moral
  • im Hinduismus bestimmt die Ethik, das Leben eines Hindu in vielfältiger Art und Weise
  • Hindus sehen die Beachtung des Dharmas nicht nur als Voraussetzung für soziales Wohlergehen, sondern auch für eine gute persönliche Entwicklung
  • Von der Erfüllung des Dharmas hängt für sie das Karma ab, das die aus den Taten des Individuum entstandenen Resultate beinhaltet (Ursache und Wirkung)
  • Dem Dharma zufolge ist jedes Wesen des Universums an den Pflichten zu erkennen, die es erfüllen muss
  • Elefanten haben andere Pflichten als Pferde, Bäume eine andere Funktion als Gräser, Menschen wiederum andere Aufgaben als Blumen, Bienen oder Bären

Sadharahna Dharma

die allgemeinen Tugenden des Lebens

In den verschiedenen Schriften kommen an vielen Stellen besonders wichtige Tugenden regelmäßig vor. Sie gelten als die allgemeinen Verhaltensregeln, die für jedes Wesen gelten.
Die Bhagavadgita geht an mehreren Stellen auf wichtige Tugenden ein:

Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Zornlosigkeit, Entsagung, Frieden, Nicht-Verleumdung, Mitgefühl für die Lebewesen, Begierdelosigkeit, Milde, Bescheidenheit, Lichtvolle Stärke, Vergebung, Beständigkeit, Reinheit, Fehlen von Feindseligkeit, Nicht-Hochmut – dies sind die Gaben des Menschen von göttlicher Natur. (Kap. 16.2–3).

Kap. 16.2 - 3
Auch die Sorge um den Mitmenschen ist ein besonders wichtiges Kriterium des Hindu-Dharma.So postuliert etwa das Mahabharata:

Mitgefühl und Güte ist der höchste Dharma der Guten.

Kap. 13.5-23

Besonders häufig genannte Tugenden sind:

Lotus SVG

Ahimsa

. . . die Enthaltung von Gewalt

Lotus SVG

Akrodha

. . . die Zornlosigkeit

Lotus SVG

Asteyam

. . . die Enthaltung von Diebstahl

Lotus SVG

Atithi

. . . Gastfreundschaft

Lotus SVG

Dama

. . . die Selbstkontrolle

Lotus SVG

Dana

. . . Mildtätigkeit

Lotus SVG

Danam

. . . die Freigiebigkeit

Lotus SVG

Daya

. . . Mitgefühl

Lotus SVG

Dhi

... die Urteilskraft

Lotus SVG

Indriya-Nigraha

. . . die Zügelung der Sinne

Lotus SVG

Ksama

. . . die Nachsichtigkeit und Verzeihung

Lotus SVG

Satyam

... die Wahrhaftigkeit

Lotus SVG

Saucam

. . . die rituelle, geistige und körperliche Reinigung

Ähnliche Regeln sind Yoga in den Yamas und Niyamas formuliert.

Jeder Hindu kann die „sechs Feinde“ aufzählen:

kama – weltliche Begierden

krodha – Zorn

lobha – Gier, Geiz

moha – Verblendung, geistige Dunkelheit

mada – Hochmut, sowie

matsarya – Eifersucht und Neid

Deutlich erinnern diese Übel an die „sieben Todsünde“ der Katholiken und an die „Drei Geistesgifte“ der Buddhisten. Auch wenn viele es eventuell nicht so gerne hören, aber so unähnlich sind sich die Weltreligionen überhaupt nicht.

Dharma-Talk im Alltag

Ein Dharma-Talk – also ein Dharma-Vortrag – ist ein öffentlicher Diskurs eines buddhistischen Lehrers über Buddhismus

Im westlichen Yoga ist der Dharma Talk im weiterem Sinne ein philosophischer Diskurs zu Beginn einer Yoga-Stunde. An dem Dharma-Thema richtet sich anschließend sehr häufig das Thema der Yoga-Stunde aus. Yogis nutzen den Dharma-Talk um sich über grundsätzliche Fragen des Seins, des Wissens und der Glückseligkeit auszutauschen.

Der vietnamesische Meister Thich Nhat Hanh sagt Folgendes über Dharma-Gespräche: 

Ein Dharma-Gespräch muss immer auf zwei Arten angemessen sein: Es muss perfekt mit dem Geist des Dharma übereinstimmen und es muss auch perfekt auf die Situation reagieren, in der es gegeben wird. Wenn es nur perfekt mit den Lehren übereinstimmt, aber nicht den Bedürfnissen der Zuhörer entspricht, ist es kein gutes Dharma-Gespräch; es ist nicht angemessen.