von Stefanie Koch

Bhakti-Yoga

Der Yoga-Weg der Liebe und Hingabe an das Göttliche

Yoga der Liebe

- Hingabe und Lebensfreude

  • ist ein sehr persönlicher Weg
  • der Weg der liebenden Hingabe an das Göttliche
  • umfasst die liebende Hingabe zur gesamten Schöpfung
  • von der Natur über die Tiere zu den Menschen
  • und natürlich  auch zu sich selbst
  • die Erfahrung der Einheit wird durch Hingabe und Verehrung der höchsten Wirklichkeit angestrebt
  • ist als ein universelles Prinzip zu verstehen, dass in allen spirituellen Ausrichtungen und Religionen zu finden ist

Die spirituelle Praxis

Die Verehrung des Göttlichen kann viele Formen annehmen. Insgesamt gibt es 9 Praktiken im Bhakti Yoga, die alle mit sehr viel Gefühl verbunden sind.

Um Liebe und Hingabe zu entwickeln braucht man keine besondere Flexibilität, oder Intelligenz. Ein offenes Herz und die feste Entscheidung sich dem Göttlichen zu öffnen, reicht aus.

Die Gefühle werden als einen Weg genutzt um dem Universellen nahe zukommen oder sich mit ihm oder ihr zu vereinen.

Bestandteil ist eine tiefe Dankbarkeit dafür, dass man Teil der gesamten Schöpfung sein darf.

Ein Anhänger dieses Weges sieht in jeder Blume, jeder kleinen netten Geste, in allem Guten und Schlechten nur das Göttliche, das Höchste, Wunderbarste, Reinste, Schönste.

Aus Sicht des Bhakti-Yogis werden die Yoga-Wege Jnana, Karma und Raja als Vorbereitung für den Weg des Bhakti-Yogas angesehen.

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Shravana

. . . meint mit dem Ohr aufnehmen - hören. Meint auch den Unterricht im Beisein eines Lehrers, der seinen Schülern das wesentliche Verständnis aus seine ganz individuelle Art nahe. Beinhaltet spirituelle Erzählungen, das Lesen und das Studieren von heiligen Schriften

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Kirtana

. . . meint das Singen von heiligen Namen und Gebeten. Mit Mantras und Bhajans wird das Herz geöffnet. Dies ist ein hervorragendes Hilfsmittel um seinen Geist im Alltag immer wieder aufzuladen und zu zentrieren.

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Padasevana

. . . meint den Dienst zu Füßen des Göttlichen. Dies erfolgt meinst in Form vom Altar- und Tempeldienst. Kann sich aber auch darauf beziehen, dass man im eigenen Wohnraum einen Altar hat und diesen pflegt.

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Archana

. . . die rituelle Gottesverehrung bzw. die Darbringung von Opfergaben in Form von Pujas und Homas. Pujas sind symbolische Artikel wie Früchte, Reis, Licht oder auch eine Kokosnuss. Homa bezeichnet die Feuerzeremonie bei der unteranderem Ghee oder Reiskörner dem Opferfeuer überreicht werden.

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Vandana

. . . meint sich vor dem Göttlichen zu verneigen. Man verneigt sich vor den Prinzipien, die hinter dem Göttlichen stehe und lädt diese in das eigene Leben ein. Beinhaltet auch die Verneigung vor dem Universellen und eine demütige und wertschätzende Haltung gegenüber sich selbst und seiner gesamten Umwelt.

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Dasya

. . . beschreibt die Einstellung des Einzelnen, ein Instrument des Göttlichen zu sein. Der Yogi dient damit einer höheren Wirklichkeit; aber auch anderen Menschen.

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Sakhya

. . . meint die Gemeinschaft, die Freundschaft und auch die Verwandschaft. Stellt eine der tiefsten menschlichen Beziehungen dar. Das Göttliche wird in freundschaftlicher Liebe angenommen.

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Atmanivedana

. . . meint vollkommene Hingabe an das Selbst an das Göttliche. "Alles ist dein. Nichts ist mein. Alles, was ich habe, ist dein. Alles, was ich tue, tue ich für dich, Oh Gott."

Lokah samastah Sukhino Bhavantu

लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु

Die ist ein Mantra des Wohlwollens und des Glücks und bedeutet:

Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erfahren.
  • Samasta heißt verbunden, vereinigt; im übertragenen Sinn steht es auch für Harmonie.
  • Sukha heißt Freude oder Glück.
  • Bhavantu bedeutet „sie mögen sein“

Das Mantra ist eines der beliebtesten und eventuell auch bekanntesten Mantras. Es zählt zu den sogenannten Mangala Mantras (Glücks- oder Sebensmantras).

Gedanken des Wohlwollens wie das Lokah Samastah Mantra helfen das Herz zu öffnen, Freude, Verbundenheit und Liebe zu spüren. Und im Yoga geht man davon aus, dass die Schwingungen des Friedens und des Wohlwollens, die durch ein Mangala Mantra erzeugt werden, eine positive Energie darstellen, die Friedensenergien verbreiten. Wenn Menschen zusammen das Lokah Samastah Sukhino Bhavantu rezitieren und sich der Bedeutung bewusst machen, entsteht ein Verbundenheitsgefühl, eine Herzensverbindung, eine Freude. Manche fühlen sich von der Heilenergie dieses Mantras ergriffen.

www.yoga-vidya.de
rechte Seite eines Bronze-Buddhakopf

Bhakti Yoga im Alltag

Das ganze Thema mit der intensiven Liebe an Gott, das Göttliche oder das Universelle, klingt für westlich orientierte Menschen erst einmal schwer nach „spiri“.

Eventuell kennst Du das auch: weil so viel im Kopf herum schwirrt, bekommst du manchmal überhaupt nicht mit wo Du lang läufst und wie Deine Umgebung aussieht.

Wenn Du dann am nächsten Tag mit offenen Augen läufst, siehst Du mit einem Mal Dinge, die immer schon da waren, aber noch nie von Dir gesehen wurden – und diese Dinge erscheinen Dir schön.

Und so ist es auch mit dem Bhakti-Yoga und dem Wahrnehmen der Schönheit der Schöpfung und der Liebe an das Leben. Schau Dich einfach mal öfter um. Also doch gar nicht so spiri.